Gründungsverlauf

Chronik des Kameradschaftsbundes und Schützenvereins Gaschurn-Partenen

Die Anfänge des Schützenwesens in Gaschurn

Die Geschichte des Schützenwesens in Gaschurn reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Im Archiv des Landesoberstschützenmeisteramtes in Bregenz findet sich die erste urkundliche Erwähnung eines Schützen aus Gaschurn aus dem Jahr 1846. Bereits damals bestanden organisierte Schießübungen und Standlisten.

Der Gemeindeschießstand Gaschurn war Teil des Vorarlberger Standschützenwesens und erfüllte neben sportlichen auch Aufgaben der Landesverteidigung. Die erste bekannte Standliste aus dem Jahr 1868 weist 48 eingetragene Schützen auf.

Als erster bekannter Oberschützenmeister wird Johann Anton Keßler genannt. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich Schießstand und Schützengesellschaft zu einem wichtigen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Gaschurn.

Zu den bekannten Oberschützenmeistern gehörten:

  • Johann Anton Keßler
  • Johann Kaspar Keßler
  • Franz Josef Tschanhenz
  • Anton Keßler
  • Josef Nann
  • Erwin Keßler
  • Dr. Johann Joanisevic
  • Wilhelm Lochner

Die letzte historisch dokumentierte Wahl eines Oberschützenmeisters erfolgte im Jahr 1914.

Der Brand von 1900

Ein einschneidendes Ereignis war der Brand des Schießstandes am 11. Juni 1900. Der damalige Schießstand bei der Mühle in Gaschurn wurde vollständig zerstört.

Unmittelbar danach begann der Wiederaufbau. Mit Unterstützung von Staat und Land konnte ein neuer Schießstand errichtet werden. Die Schießdistanzen betrugen damals 150 und 200 Schritte. Ein Schritt entsprach ungefähr 75 Zentimetern.

Militär- und Veteranenverein Gaschurn

Im Jahr 1900 wurde der Militär- und Veteranenverein Gaschurn gegründet. Der Verein zählte im Jahr 1914 rund 45 Mitglieder und pflegte das Gedenken an die Veteranen sowie die Kameradschaft ehemaliger Soldaten.

Die Liegenschaften des heutigen Vereins wurden später von der Pfarre genutzt und teilweise durch die Gemeinde vermietet.

Schützenhaus Partenen

Zwischen 1938 und 1944 entstand in Partenen ein neues Schützenhaus. Es verfügte über fünf Kleinkaliberstände.

Geschossen wurde auf Distanzen von 50 Metern und 150 Metern. Das Schützenhaus bildete über Jahrzehnte hinweg den Mittelpunkt des Schießsports in der Gemeinde.

Gründung des Kameradschaftsbundes

Im Jahr 1970 erfolgte die Gründung des Kameradschaftsbundes Gaschurn-Partenen.

Der Verein zählte rund 35 Mitglieder und widmete sich der Kameradschaftspflege, der Traditionspflege und dem Gedenken an die Gefallenen und Veteranen.

Aufgrund altersbedingter Sterbefälle und sinkender Mitgliederzahlen wurde der Verein im Jahr 1999 als ruhend gemeldet.

Rettung und Neugründung des Vereins

Nach der Gefallenengedenkfeier am 4. November 2001 trafen sich die verbliebenen Mitglieder im Kiosk in Gaschurn. Frank Sandrell erläuterte die schwierige Situation des Vereins.

Zu diesem Zeitpunkt bestand der Verein nur noch aus wenigen aktiven Mitgliedern. Um eine Auflösung zu verhindern, wurde Konrad Kofler eingeladen, sich an der Neuorganisation zu beteiligen.

Am 20. November 2001 überarbeitete Konrad Kofler die veralteten Vereinsstatuten. Diese wurden bei der Generalversammlung am 15. Dezember 2001 beschlossen und anschließend der Sicherheitsdirektion in Bregenz zur Genehmigung vorgelegt.

Im Jänner 2002 erfolgte die behördliche Genehmigung der neuen Statuten.

Damit begann die Neugründung des Vereins unter dem Namen:

Kameradschaftsbund und Schützenverein Gaschurn-Partenen

Neuer Vorstand 2001

Bei der Generalversammlung am 15. Dezember 2001 wurde folgender Vorstand gewählt:

  • Obmann, Oberschützenmeister, Hauptmann und Schriftführer: Konrad Kofler
  • Obmann-Stellvertreter: Albert Scheier
  • Bernhart Wittwer
  • Gerd Spratler (Chronist)
  • Dietmar Schweighofer (Fähnrich)
  • Werner Wachter (Kassier)
  • Frank Sandrell
  • Andreas Barbisch

Die drei Säulen des Vereins

Seit der Neugründung setzt sich der Verein aus drei Bereichen zusammen:

  • Kameradschaftsbund
  • Sportschützen (Luftgewehr, Luftpistole und Kleinkaliber)
  • Traditionsschützenkompanie mit Karabiner K98

Beitritt zu den Dachverbänden

Seit 2003 ist der Verein Mitglied bei:

  • Vorarlberger Kameradschaftsbund
  • ASVÖ Österreichischer Sportschützenverband
  • Vorarlberger Traditionsschützenregiment
  • Vereinigung der Traditionsschützen Mitteleuropas (VTM)

Bau des neuen Schützenhauses

Gemeinsam mit Landesschützenmeister Sigfried Caser begann die Planung für die Modernisierung des Schützenhauses Partenen.

  • Wichtige Meilensteine:
  • Dezember 2003: Bauverhandlung
  • Jänner 2004: Baubeginn
  • 2004: Umbau des Untergeschosses zum Zimmergewehrstand
  • Juli 2008: Fertigstellung
  • September 2008: feierliche Eröffnung mit Pfarrer Joe Egle

Bauleiter war Oberschützenmeister Hauptmann Konrad Kofler.

Die Umbau- und Sanierungskosten beliefen sich auf rund 45.000 Euro. Davon wurden etwa 24.000 Euro durch Spenden finanziert.

Insgesamt wurden 3.660 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet.

Dank an die Helfer

Besonderer Dank gilt allen freiwilligen Helfern, Spendern und Unterstützern, insbesondere:

  • Arnold Wachter (Elektroinstallationen)
  • Bernhart Hammerer (Sanitäranlagen)
  • Lothar und Ingrid Dona (Verpflegung)

sowie allen Vereinsmitgliedern, die durch ihren persönlichen Einsatz den Erhalt und die Weiterentwicklung des Schützenwesens in Gaschurn-Partenen ermöglicht haben.

Mitgliederstand 2010

Im Jahr 2010 zählte der Verein:

  • 47 Mitglieder
  • 26 aktive Mitglieder in Uniform
  • 3 Ehrenmitglieder
  • 4 Marketenderinnen in Uniform und Montafoner Tracht
  • 3 Marketenderinnen in Montafoner Tracht

2023: Stabsübergabe und Kontinuität


Ein bedeutender Wendepunkt in der jüngeren Vereinsgeschichte ereignete sich im Jahr 2023. Nach 22 Jahren unermüdlichen Einsatzes – von der Neugründung 2001 über den Bau des Schützenhauses bis hin zur Festigung der Traditionsschützen – übergab Konrad Kofler die Führung des Vereins in jüngere Hände.

Als sein Nachfolger wurde Simon Schweighofer zum neuen Obmann und Oberschützenmeister gewählt. Diese Wahl markiert einen harmonischen Generationswechsel: Während Konrad Kofler das Fundament für den heutigen Verein legte, übernimmt mit Simon Schweighofer eine Führungspersönlichkeit das Ruder, die den Verein mit Respekt vor der Geschichte und Blick auf die kommenden Herausforderungen in die nächste Ära leitet.

2026:

Mitgliederstand 20

10 aktive Mitglieder in Uniform

4 Ehrenmitglieder

2 Marketenderin in Uniform

4 Marketenderinnen in Tracht

Der Kameradschaftsbund und Schützenverein Gaschurn-Partenen versteht sich bis heute als Bewahrer von Tradition, Kameradschaft, Sport und Heimatverbundenheit.


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